Akupunktur bei Kindern?
Akupunktur bei Kindern? - Mit Laserakupunktur ohne Stechen
Kinder lassen sich in den seltensten Fällen gern stechen. Deshalb neigt man wohl zur Auffassung, dass Kinder nicht akupunktiert werden können. Andererseits liefert die Wissenschaft aber immer mehr Nachweise zur Wirksamkeit dieser Methode. Sie sind vielleicht selbst schon erfolgreich durch Akupunktur behandelt worden, oder haben zumindest von erfolgreichen Behandlungen im Bekannten- oder Familienkreis gehört. Deshalb haben Sie sich vielleicht auch die Frage gestellt, ob Akupunktur bei Kindern durchgeführt werden kann.
Dies ist jetzt ohne „Stechen“ möglich. In intensiver Forschung konnte die positive Wirkung von Laserstrahlen auf Akupunkturpunkte nachgewiesen und ein Gerät für die „Laserakupunktur“ entwickelt werden. Damit können Kinder jeden Alters, sogar schon Säuglinge, schmerzlos behandelt werden. Das hier eingesetzte Laserlicht wird sehr gut vertragen, es können keinerlei Hautschäden entstehen. Allerdings ist wegen der hohen Energiedichte des Laserlichtes das Aufsetzen einer für Laserstrahlen undurchlässigen Brille Vorschrift. Diese Kinderschutzbrillen gibt es in poppigen Farben und sie werden von den kleinen Patienten begeistert aufgesetzt. Weitere schmerzlose Behandlungsformen sind das Stimulieren der Akupunkturpunkte mittels aufgeklebter Samenkörnchen oder die Erwärmung der Punkte durch eine Beifuß-Zigarre (Moxibustion genannt). Ab dem Alter von acht Jahren ist meist die Behandlung mit dünnen Akupunkturnadeln mölich. Die Suche nach den zu behandelnden Punkten erfolgt wie bei erwachsenen Patienten.
Vorteile der Akupunktur
Wir haben in der Akupunktur eine risikoarme und nebenwirkungsfreie Behandlungsform, mit der viele Medikamente eingespart werden können. Viele der auch in der Kinderheilkunde eingesetzten Medikamente enthalten heute immer noch Alkohol oder aber zumindest viele andere Zusätze, wie Stabilisatoren (z. B. E 171 = Titandioxid), die auch wieder Schädigungen verursachen können. Und müssen beispielsweise doch einmal Antibiotika eingesetzt werden, wird die Ausheilung der Erkrankung durch Akupunktur zumindest beschleunigt.
Akupunktur als Alternative zu Medikamenten
Im Kasten listen wir für Sie eine Reihe von Erkrankungen auf, bei denen die Akupunktur Medikamente ersetzen kann. Auch wenn es, wie z. B. beim Asthma, nicht immer vollständig gelingen kann, ganz auf die Schulmedizin zu verzichten, so kann doch der Bedarf an Medikamenten oft auf ein Minimum reduziert werden. Ebenso wie das Asthma können auch Allergien und Ekzeme (einschließlich der Neurodermitis) gelegentlich schwer zu behandeln sein. In jedem Fall erfordern sie von allen Beteiligten viel Geduld, zumal man manchmal nur in „kriminalistischer Kleinarbeit“ den mit verantwortlichen Ursachen auf die Spur kommen kann. Hat man diese aber gefunden, dann stellt sich rasch der Erfolg ein.
Die Behandlung der Infektanfälligkeit des Kindes ist sehr erfolgversprechend, dabei werden sowohl abwehrsteigernde Punkte als auch die Punkte der betroffenen Organe (Nase, Nasennebenhöhlen, Bronchien u.s.w.) behandelt. Bei einigen der angeführten Erkrankungen werden nicht nur Punkte eingesetzt, die auf das betroffene Organ wirken, sondern auch sogenannte übergeordnete oder auch „Meisterpunkte“, die eine spezielle Wirkung auf ein Symptom, wie z. B. Fieber, Durchfall, haben. Zu diesen übergeordneten Punkten gehören auch Punkte mit besonderer Wirkung auf die Psyche, die wir zur Behandlung von Prüfungsangst, Schlafstörungen und auch Schmerzen heranziehen.
Akupunktur als unterstützende Behandlung
Es gibt dann auch Diagnosen, bei denen die Akupunktur durchaus hilfreich eingesetzt werden kann, auch diese sind im Kasten aufgeführt. Hier sollte man aber nicht die Hoffnung erwecken, man könne mit der Akupunktur eine Heilung erzielen. Bei einigen der Erkrankungen können die Erfolge sehr gut sein, man kann die Krankheitssymptome mildern und/oder die Medikamenteneinnahme reduzieren. Auch hier werden sowohl Punkte eingesetzt, die auf ein Organ wirken, als auch viele Punkte mit Wirkung auf die Psyche.
Dauer der Therapie
Im Allgemeinen wird die Laserbehandlung zwei- bis dreimal wöchentlich über etwa vier Wochen durchgeführt. Setzt man Nadeln ein, einmal wöchentlich, insgesamt ca. 10 Sitzungen, die bei Erfordernis wiederholt werden können.
Wer trägt die Kosten?
Viele Krankenkassen beteiligen sich an den anfallenden Kosten, Sie sollten dies aber vor Beginn der Behandlung mit Ihrer jeweiligen Kasse absprechen.
Mögliche Anwendungsgebiete
3-Monatskoliken des Säuglings-/bzw. Nabelkoliken des Kleinkindes
Allergien, Heuschnupfen
Asthma
Ekzeme (auch Neurodermitis)
Infektanfälligkeit, besonders chronische Erkrankungen der oberen Luftwege, aber auch akute, fieberhafte Infekte
Prüfungsangst
Schlafstörungen
Schmerzen jeglicher Art, auch bei Knochenbrüchen oder Verstauchungen, nächtliche Beinschmerzen
Schulkopfschmerzen, Migräne
Verdauungsprobleme (Durchfall oder Verstopfung)
Hier kann Akupunktur zusätzlich eingesetzt werden
Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndrom
Einnässen
Krampfanfälle
Konzentrationsstörung
Lese-Schreibschwäche
Stottern
Übergewicht
Quelle: Dr. med. Gudrun Wahl, Bernau, Referentin der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin, München - HNO Wiesbaden 2004

